|
Das wäre dann bei 175 cm Raumvolumen eine Menge von insgesamt 3.027,50 g oder rund 3 Liter Feuchtigkeit, bzw. Wasser bevor es zu einer Auskondensation kommen würde. Geht man nun noch von einer mittleren rel. IST-Raumluftfeuchtigkeit von 45 % aus, so ergibt sich folgender Wasserdampfgehalt im IST-Zustand.
Addiert man nun zu diesem vorhandenen mittleren Wassergehalt die Feuchtigkeitsbeaufschlagung aus Wohnungsnutzern von 3-5 Litern pro Person und Tag, so ergeben sich kritische relative Raumluftfeuchten weit über 100 % relative Raumluftfeuchtigkeit.
Aus dem vorstehenden Beispiel wird deutlich, dass die Feuchtebeaufschlagung durch Nutzer die relative Raumluftfeuchtigkeit erheblich ansteigen lässt, wenn nicht auskömmlich gelüftet wird. Diese nicht abgelüftete Feuchtigkeit kann dann bei längerer Beaufschlagung an Bauteiloberflächen in Folge Kondensatbildung zu Schimmel, Material- sowie Gesundheitsschäden führen.
Um eine evtl. Kondensatbildung durch anhaltend hohe rel. Raumluftfeuchtigkeit im Wohnraum zu vermeiden, sollte die Raumtemperatur so konstant wie möglich bei etwa 20 bis 21 Grad Celsius und gleichzeitig die relative Raumluftfeuchtigkeit bei etwa 40 bis 45 % gehalten werden. Da der Mensch keinen Spürsinn für feucht oder trocken hat, ist es zwingend notwendig, diese Parameter (Raumtemperatur und rel. Feuchtigkeit) innerhalb einer Wohnung oder Wohnbereich durch geeignete Messgeräte wie Thermometer und Hygrometer dauerhaft zu überwachen. Es hat sich als förderlich herausgestellt pro Etage eine Messstelle einzurichten. Sobald o.g. Grenzwerte unter- bzw. überschritten werden gilt es zu heizen bzw. zu lüften.
Es existieren unterschiedliche Empfehlungen wie am Besten gelüftet werden soll. Es hat sich in der Praxis als sehr nützlich herausgestellt, zwei gegenüberliegende Fenster auf Kipp zu stellen und so für eine permanente Durchlüftung zu sorgen, ohne deutliche Absenkung der Raumlufttemperatur. Hierdurch erfolgt ein langsamer aber konstanter Luftaustausch bei stetiger Erwärmung der Frischluft, so dass diese Wasserdampf leichter und effektiver aufnehmen kann und so eine nachhaltige Entfeuchtung statt findet.
Was tun bei Schimmelpitzbefall
Schimmelpilze können grundsätzlich - egal ob im lebenden oder abgetöteten Zustand - bei Menschen Gesundheitsschäden hervorrufen, wobei Menschen, die zu Asthma, Neurodermitis, Heuschnupfen u.ä. (Atopiker) neigen, eher gefährdet sind als andere Menschen (Nichtatopiker)
Da es bezüglich Sanierung von Schimmelpilzschäden auf Grund der Komplexität des Problems keine verbindliche Sanierungsmethoden zur Schadensbehebung existieren und unterschiedliche technische Sanierungsverfahren am Markt platziert sind, sollte rechtzeitig externer Sachverstand eingeholt werden, um die Ursache der Feucht- und Schimmelbelastung zu klären.
Wird in Wohnräumen Schimmelpilze an Bauteiloberflächen entdeckt und handelt es sich um eine kleine lokale Stelle, können hilfsweise die befallenen Stellen mit 70 % Alkohol, Brennspiritus oder Wasserstoffperoxyd - nachdem die befeuchteten befallenen Materialien wie Tapeten, Bodenbelag, Holz etc. entfernt wurden - behandelt werden. Wichtig ist, dass man die Sicherheitshinweise der Materialien beachtet, sowie entsprechende Sicherheitsbekleidung wie Handschuhe, Schutzbrille, Atemschutz etc. trägt.
Ansonsten Hände weg und wie oben beschrieben einen Sachverständigen einschalten.
Zusammenfassung
Bei einem Schimmelpilzbefall sollte zuerst die Ursache geklärt werden. Das kann zum Teil - anhand folgender Punkte - leicht selbst überprüft werden.
● liegt eine Rohrleckage (Undichtigkeit) vor.
● kann von außen Feuchtigkeit eindringen
● liegt ideales Raumklima vor.
● liegt erhöhte Bauteilfeuchte aus Bautätigkeit (Neubau/Sanierung) vor.
● stehen die Möbel, Assecoirs, Vorhänge vor Außenwänden und hintern die Zirkulation
● finden in den Ecken von zwei Außenwänden Luftzirkulation und somit Luftaustausch statt.
die Liste hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit)
Erst wenn alle Punkte überprüft sind und keine Ursachenklärung erfolgen konnte, sollte externer Sachverstand eingeholt werden.
Stand 10/2011 - Dipl. Ing. (FH) M. Marx
|